Was du über die private Vorsorge wissen solltest

Warum solltest du privat vorsorgen? Wir zeigen dir, wie einfach sparen fürs Alter sein kann und wie dir die «Säule 3a» helfen kann. Wann solltest du starten, und wie packst du es ganz einfach an?

 

Aus der Reihe der neuen Blog-Serie «frankly Expert»
Autorin: Olga Miler

Private Vorsorge - das solltest du wissen

Wie ist das eigentlich mit der Vorsorge?

Für viele von uns ist es wirklich noch ziemlich weit weg: Alter, Pensionierung. Wenn man mitten im Leben steht, dann tönt ein Begriff wie «Vorsorge» doch eher abstrakt. Man weiss, dass man etwas dafür machen muss, aber Hand aufs Herz, bei wem ist es jetzt die Lieblingsbeschäftigung des Tages, sich mit meiner Altersvorsorge zu beschäftigen. Dazu liegt die Pensionierung einfach zu weit in der Zukunft. Wenn es dir auch so geht, dann bist du nicht alleine.

 

Mit der Vorsorge ist es wie mit vielem im Leben: früh anfangen und dranbleiben hat eine langfristige positive Wirkung. So wie beim Fitnesstraining, Skifahren, der Ausbildung oder der Ernährung. Deshalb lohnt es sich, deine Vorsorge früh zu planen und etwas dafür zu tun.

Zwei wesentliche Vorteile, wenn du früh mit der Säule 3a anfängst

1. Es ist einfacher: Da du deine Beiträge über einen längeren Zeitraum verteilen kannst, ist es einfacher, dein Ziel zu erreichen. Wer zum Beispiel erst mit 50 Jahren beginnt, muss dann viel mehr auf die Seite legen. Dabei kann man in der Regel nur den jährlich maximalen Betrag von derzeit CHF 6'826.- einzahlen und von der Steuer abziehen (rückwirkend geht dies nach heute geltendem Recht nicht). Somit muss die Person dann noch separat sparen, um eine Vorsorgelücke zu vermeiden.

 

2. Du sparst heute Steuern: Die Beiträge für deine private Vorsorge kannst du heute deinem steuerbaren Einkommen abziehen und sparst bis zu CHF 2'500.- bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 85'000.-.

 

Ideal ist, wenn du mit Vorsorgesparen anfängst, sobald du ins Berufsleben eintrittst. Ein Einstieg ab einem Alter von 18 Jahren ist jederzeit möglich.

 

Du kannst auch noch bis fünf Jahre nach Erreichen des AHV-Alters in die dritte Säule einzahlen. Voraussetzung ist nur, dass du in der Schweiz erwerbstätig bist und ein AHV-pflichtiges Einkommen beziehst. Wie viel du in diesem Jahr maximal einzahlen kannst, findest du hier zum Thema Maximalbetrag in der Säule 3a.

Warum du nicht nur auf die AHV und Pensionskasse zählen kannst

Die AHV (1. Säule) und Pensionskasse (2. Säule) werden wahrscheinlich zusammen nur 60% bis 70% deines Einkommens im Alter decken. Was musst du bedenken:
 

·       Die Lebenshaltungskosten sinken im Alter oft viel weniger als erwartet.

·       Deine Gesundheitskosten können steigen.

·       Dein Geld muss für ein längeres Leben reichen.

·       Du musst auch im Alter weiterhin Steuern zahlen.

 

Damit du auch im Alter deinen Lebensstandard halten kannst, brauchst du eine private Vorsorge.
 

> Wie funktioniert das Vorsorgesystem in der Schweiz?

 

Alterseinkommen mit Vorsorgelücke

Einmal angenommen du bist 30 Jahre alt, weiblich und hast ein Jahreseinkommen (brutto) von CHF 60'000. Wenn du mit 64 Jahren in Rente gehst, dann wirst du geschätzt knapp CHF 37'200 von der AHV und Pensionskasse bekommen (CHF 3'100.- x 12 Monate), das sind ca. 62% von deinem Brutto-Einkommen von CHF 60'000.-.

 

Um deinen Lebensstandard zu halten, brauchst du jedes Jahr zusätzlich über CHF 14'400.

 

Nehmen wir an, du wirst 84 Jahre alt. Dann sind das CHF 288'000. Wenn du keine private Vorsorge hast, musst deinen Lebensstandard höchstwahrscheinlich senken. Wenn du aber privat vorsorgst, dann kannst du diese Lücke reduzieren oder ganz vermeiden.

 

CHF 288'000 ansparen unmöglich?
Das tönt jetzt nach einem riesigen Betrag, ist aber absolut erreichbar. So könnte es gehen:

·         Nehmen wir an, du bist eine Frau und heute 30 Jahre alt.

·         Du hast noch nichts für deine private Vorsorge getan.

·         Du fängst jetzt an und zahlst jedes Jahr CHF 6'826 in deine Säule 3a ein (das sind ca. CHF 
          570.- im Monat).

·         Dann kannst du bei der Pensionierung mit 64 Jahren ca. CHF 398'700, im besten Fall sogar CHF 1'315'300           erreichen.

 

Wie das geht? 
Eine Anlage in Wertschriften und die mögliche Wertentwicklung über den Zeitverlauf machen es möglich. Da du mit 30 noch viel Zeit hast, kannst Du mehr Risiko bei deiner Anlage in Kauf nehmen da sich die Schwankungen im Zeitverlauf abgefedert werden.

 

Für alle, die es gerne selber berechnen möchten:
 

Zum Säule 3a Vorsorgerechner
So kann sich dein Säule-3a-Vermögen entwickeln

Annahme: Aktienanteil, hypothetische Rendite 3.9% (netto nach Kosten) Wertschriftensparen unterliegt Wertschwankungen, die hypothetische Rendite kann nicht garantiert werden und die Steuereffekte sind in dieser Prognose nicht eingerechnet.

 

Eine Säule 3a als Sparkonto oder mit Wertschriften?

Säule 3a Verteilung in der Schweiz

Ob du dich mit Wertschriften oder lieber mit einem Sparkonto wohler fühlst ist eine sehr persönliche Entscheidung. Dein Vorsorgegeld wird – sofern kein Vorbezug aus den oben genannten Gründen erfolgt – erst weit in der Zukunft gebraucht und oft regelmässig (z.B. einmal im Jahr) eingezahlt. Das sind ideale Voraussetzungen, um die Renditechancen von Wertschriften zu nutzen.

 

Vorteile:

1. Höhere Renditechancen: Dein Geld kann sich eher vermehren, da mit einer langfristigen Wertschriftenanlage höhere Renditechancen bestehen als auf dem Sparkonto.

2. Bei einer langfristigen Anlage (> über 10 Jahre) hast du höhere Ertragschancen und du kannst diese über dein Risikoprofil auch steuern.

3. Du kannst deinem Geld zusätzliche Wirkung verleihen, wenn du in nachhaltige Wertschriften anlegst.
 

Nachteile:

1. Dein Vermögen ist den Schwankungen der Finanzmärkte ausgesetzt, allerdings kannst du diese mit regelmässigen Einzahlungen etwa über einen Dauerauftrag etwas glätten.

2. Die Kosten für Anlageprodukte, Depot und Transaktionen können deinen Ertrag teilweise mindern.

 

Anders herum angeschaut: Bei einer Anlage auf dem Sparkonto ist dein Geld gefühlt sicher, kann aber im Zeitverlauf unmerklich von der Inflation aufgefressen werden. Wer weniger Risiko tragen möchte, kann auch eine Kombinationslösung machen, z.B. mit mehreren 3a Säulen, davon einen Teil auf dem Sparkonto, den anderen in Wertschriften anlegen oder Anlageprodukte mit unterschiedlichen Anteilen an Wertschriften.

Die 7 Schritte zur Vorsorge

1. Früh starten lohnt sich. Ideal ist, wenn du damit beginnst, sobald du ins Berufsleben eintrittst. Aber selbst, wenn du das bis jetzt nicht gemacht hast, anfangen lohnt sich jederzeit auf jeden Fall.

 

2. Auch kleine Beträge machen einen Unterschied. Selbst wenn du den Maximalbetrag von CHF 6'826.- pro Jahr vielleicht heute nicht erreichst, mach einfach, was möglich ist. Du profitierst mehr, wenn du etwas tust, anstatt zu warten bis du genug Geld zur Verfügung hast.

 

3. Betrag, den du einzahlen möchtest, berechnen und monatlich per Dauerauftrag direkt abbuchen lassen.
 

4.     Entscheiden, ob du lieber mit Wertschriften oder mit Kontosparen vorsorgen möchtest. Bei der Kontolösung hast du weniger Risiko, dafür aber mit den sehr tiefen Zinsen auch viel weniger Möglichkeiten, dein Geld wachsen zu lassen. Zudem kannst du über die Zeit hinweg einen Kaufkraftverlust erleiden. Dann wäre dein Geld in 20 Jahren weniger wert. Eine Anlage in Wertschriften kann dir helfen, das zu vermeiden.
 

5. Geeigneten Anbieter auswählen, Säule 3a eröffnen und regelmässig einzahlen. Mit digitalen Lösungen, die zur Verfügung stehen, geht dies in weniger als 8 Minuten ganz einfach.

 

6. Säule 3a regelmässig prüfen und Steuerbescheinigung bei der Steuerklärung beilegen, damit du von den Steuervorteilen profitierst.

 

7.     Falls notwendig Vorsorgebetrag überprüfen. Einmal jährlich oder wenn sich deine Lebensumstände verändern.

7 Schritte zur Vorsorge

Olga Miler

Olga Miler - frankly Expert

Olga Miler ist Finanz- und Innovationsexpertin. Für ihre transformative Arbeit in der Finanzindustrie erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter 'Inspirational Woman of the Year 2019' (CityWealth Magazine), Top 200 Women in Fintech Powerlist (Innovate Finance) und Anerkennungen in der globalen Presse wie BBC News, CNBC und Financial Times.

Als Advokatin für Finanzbildung spricht sie regelmäßig auf internationalen Konferenzen und schreibt als freie Kolumnistin den Blog «Frauen & Geld» bei Watson News. Nach ihrer Karriere bei verschiedenen Banken hat sie ein eigenes Start-up gegründet, SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet.

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